So ein paar sentimentale

25/04/2010

Gefühle beschlichen mich heute dann doch, als ich, nach fast sieben Jahren die Wickelkommode abgebaut habe. Die Kommode, ein einfaches Modell vom Möbelschweden, von mir eigenhändig vor sieben Jahren geölt, wird nun in den nächsten Tagen aus unserem Schlafzimmer ausziehen und einen neuen Platz und eine neue Befüllung (keine kleinsten Babyklamöttchen mehr….) erhalten. Den vom Herrn Gemahl selbstgebastelten Wickelaufsatz und die Erhöhung der Kommode (die war vor sieben Jahren dringendst nötig, Sie glauben gar nicht, was mich für Rückenschmerzen nach der Entbindung geplagt haben….ich konnte mich nirgendhin bücken, nicht mal zwanzig Zentimeter zu meinem Kind runter) habe ich, mit einem lachendem und einem weinendem Auge, auf dem Dachboden verstaut, . Irgendwie ist die Baby- und Kleinkindzeit bei uns jetzt vorbei. Ein Lebensabschnitt geht nun zu Ende, die Bübchen werden groß (und sind doch gleichzeitig noch so klein!). In vier Monaten geht das größte der Bübchen schon zur Schule und das kleinste wird die ersten Schrittchen von zu Hause weg in den Kindergarten wagen….Ich frage mich heute mal wieder, wo nur die letzten sieben Jahre geblieben sind?! Es ist unendlich viel passiert und doch weiß ich noch, wie es vor sieben Jahren war: die Welt war eine andere! Viel ruhiger, ich habe gearbeitet, studiert, der Herr Gemahl war der Herr Referendar und wir hatten wesentlich weniger graue Haare….und wir haben uns auf unser Bübchen (ja, wir wußten ziemlich schnell, daß es ein Bübchen ist) gefreut. Ohne zu ahnen, daß es unser Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Dann wurde aus dem Herrn Referendar der Herr Studienrat, wir entschloßen uns, dieses Lebenswerk Haus käuflich zu erstehen, gleichzeitig kam Bübchen Nummer zwei dazu, dann wurstelten wir hier so vor uns hin und da schlich sich das dritte Bübchen so ganz schnell mal noch dazu….und nun können schon alle laufen, sprechen, selbständig essen und trinken und werden täglich aufmüpfiger. Ich dachte immer, die Babyzeit wäre anstrengend gewesen, aber so manchmal, an manchen Tagen beschleicht mich das leise Gefühl, da kommt noch viel Anstrengenderes auf uns zu…. Auf alle Fälle ist der Wickelplatz jetzt abgebaut. Jetzt steht nur noch das Gitterbettchen, samt Inhalt ( 🙂 ), in unserem Schlafzimmer. Ich freue  mich ja schon auch wieder auf die Zeit, wenn ich mich abends ins Bett legen  und noch lesen kann und damit niemanden aufwecke…aber  es hat manchmal auch etwas beruhigendes, den Atmenzügen des schlafenden kleinen Mannes zu lauschen. Und morgens von einem verschmitzt grinsendem Zwerg mit „Hallo, Mama! Draußen Traktor fährt!“ begrüßt zu werden. Das Auswilderungsprogramm muß also noch etwas warten (zumal der kleinste Bube morgens eher etwas länger schläft, und würde er im Zimmer des Mittleren mitresidieren, wäre das wohl auch hinfällig….), jetzt habe ich erstmal den Babybedarf weggeräumt und blicke hoffnungsvoll in die Zukunft!

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Eine Antwort to “So ein paar sentimentale”

  1. Patricia said

    Oh, ich kann Sie so gut verstehen! Habe ja letztens die Babyklamöttchen aussortiert … Unser jüngstes Kind schläft übrigens auch immer noch im Gitterbett im Elternschlafzimmer, und momentan genieße ich das Schnauben und Prusten und das fröhliche Kind am Morgen … (wenn es nur nicht so früh wach wäre …)Unser Großer wird in diesem Jahr auch sieben, und ich habe das Gefühl, seit er auf die Welt gekommen ist, RAST die Zeit (und schon ist bald wieder Weihnachten 😉

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